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Aus der Allgemeinen Zeitung für Rumänien vom Mittwoch, 03. April 2013

Zukunftspläne für die Moldau

Marquard Scholz verstärkt das Team des Deutschen Wirtschaftsclubs Moldova in Galaţi

 

Der Deutsche Wirtschaftsclub Moldova (DWCM) ist der flächenmäßig größte deutschsprachige Wirtschaftsclub Rumäniens. Dies liegt daran, dass der Nordosten des Landes schwächer wirtschaftlich entwickelt ist und es bisher sehr wenige deutschsprachige Investoren vor Ort gibt. Der Geschäftsführer des Unternehmens „Biogest SRL" aus Galaţi, Marquard Scholz, will sich nun im Süden der Region Moldau für die Belange des DWCM einsetzen. Er möchte den Club beim Aufbau von Kontakten mit der Wirtschaft und den Behörden im Großraum Galaţi unterstützen und weitere Mitglieder für den DWCM finden. Ulrich Brunhuber sprach mit dem Unternehmer Scholz über seine Sicht der Lage sowie die Zukunftsperspektiven.

Erzählen Sie etwas über den Werdegang Ihres Unternehmens in Rumänien.

Seit 2005 lebe und arbeite ich in Rumänien als selbstständiger Unternehmer. Gemeinsam mit meiner Frau und Geschäftspartnerin ist unser Unternehmen in den Bereichen der beruflichen Weiterbildung, Projektentwicklung und Umwelttechnik tätig. Seit 2009 sind wir Partner und Repräsentant eines bundesdeutschen Unternehmens, einer mittelständischen Ingenieurgesellschaft aus dem Bereich der biologischen Abwasserreinigung. Im Januar 2012 wurde mir die Gründung und Leitung der rumänischen Niederlassung dieser Firma anvertraut. Unsere Geschäftsräume befinden sich in Galaţi, im so bezeichneten „Park für Informationstechnologie", einem der Vorzeigegeschäftszentren dieser Stadt.

Welche Eindrücke haben Sie bei Ihrer Arbeit hier in Rumänien gewonnen?

Wie wohl viele meiner deutschen Kollegen erlebte und erlebe auch ich die Jahre in diesem Land der unbegrenzten Möglichkeiten als eine Zeit gewaltiger Herausforderungen, harter aber interessanter Arbeit, vieler verlorener und wiederentdeckter Hoffnung und, dies nicht zuletzt, des endlosen Dazulernens. Sicher könnte jeder von uns ganze Bücher mit verblüffenden und für unsere Landsleute in Deutschland geradezu schockierenden Geschichten füllen, was das Leben in Rumänien betrifft. Wir alle haben erfahren, dass wir nur wenig tun können, um das Land in angemessener Zeit mit der Lebensqualität und dem kultivierten menschlichen Miteinander zu erfüllen, welches wir aus dem modernen Westeuropa kennen und lieben. Aber genau das Wenige, was uns bleibt, sollten wir auch wirklich tun, gemeinsam mit allen, die verstanden haben, dass es immer einen Anfang geben muss.

Nicht zuletzt in der Region Moldau liegt dieser Anfang noch immer vor uns. Während in den westlichen und zentralen Metropolen in Rumänien die Tätigkeit zahlreicher westeuropäischer Unternehmen bereits vor Jahren einen unübersehbaren kulturellen und wirtschaftlichen Wandel eingeleitet hat, profitiert der Osten des Landes noch immer von vergleichsweise wenig westeuropäischem Unternehmerinteresse. Die Gründe dafür sind vielfältig und beschränken sich keineswegs ausschließlich auf die ungünstigere geografische Lage und Entfernung zum Landeszentrum. Die Folgen sind schon jetzt schwerwiegend und unüberschaubar, nicht zuletzt hinsichtlich der zunehmenden sozialen Verarmung großer Bevölkerungsgruppen und der fortwährenden Auswanderungswelle, wodurch der Region insbeson-dere junge Menschen sowie die qualifizierten Fachkräfte unaufhörlich verlorengehen.

Welche Ziele möchten Sie gemeinsam mit dem Deutschen Wirtschaftsclub Moldova angehen?

Als Mitglied des Deutschen Wirtschaftsclubs Moldova sehe ich es als eine verpflichtende Aufgabe, gemeinsam mit Freunden und Partnern durch zielgerichtete Projekte und Aktivitäten an der systematischen Verbesserung des Geschäftsumfeldes in der Region Südmoldau zu arbeiten, dies sowohl im Interesse der einheimischen Klein- und Mittelunternehmen als auch zur Erhöhung der Standortqualität und der Investitionssicherheit für neuansiedelnde Unternehmen.

Wesentliche Projektinhalte bilden die Analyse von regionalen Standortvorteilen, Investorenzielgruppen und Synergieeffekten zwischen Investoren und bereits ansässigem Gewerbe, die Identifikation von Gewerbeflächen, die Verbesserung des Qualifikationsniveaus ansässiger Fachkräfte, die aktive Beratung und Unterstützung investierender Unternehmen bei der Überwindung bürokratischer Hindernisse sowie die Realisierung eines professionellen Marketings für die betreffenden Regionen auf europäischem Niveau. Als essenzielle Voraussetzung für die qualifizierte Planung und Ausführung solcher Projekte müssen fachliche Kapazitäten und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Daraus leiten sich weitere Aufgaben ab. Zu ihnen zählen die Gewinnung neuer fachlich qualifizierter und engagierter Mitglieder, die Organisation von Arbeitsgruppen, die Bildung von Kooperationspartnerschaften sowie die Erschließung europäischer und internationaler Förderprogramme, als einer wesentlichen Finanzierungsgrundlage.
Ich danke dem Vorstand und allen Mitgliedern des Deutschen Wirtschaftsclub Moldova im Voraus für ihre tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung der vor uns liegenden Aufgaben und freue mich gemeinsam mit ihnen auf viele erfolgreiche Projekte.

Wir danken Ihnen für das Gespräch.

 

Konferenz Duale Berufsbildung in Rumänien

Eine Delegation des Deutschen Wirtschaftsclub Moldova (DWCM), der Luisa Gabrianu, Mihaela Brunhuber, Jürgen Pribylla und Ulrich Brunhuber angehörte, nahm am 13.02.2013 an der Konferenz "Duale Berufsausbildung in Rumänien
Status Quo, Herausforderungen und Maßnahmen" teil. Näheres können Sie dem folgenden Artikel entnehmen.

 

Quelle:

Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien vom 18.02.2013

„Zurück zur Berufsausbildung"
Unternehmen drängen auf Verbesserung der Rahmenbedingungen

Von: Johann Wolfschwenger

Bukarest 13.02.2013 - Nach dem großen Erfolg der Berufsschule in Kronstadt/Braşov (Şcoala Profesională Germană) und nachdem auch in Temeswar/Timişoara ein Pendantprojekt auf den Weg gebracht wurde, steht das Thema duale Berufsausbildung nach deutsch-österreichischem Vorbild nun auch in Bukarest wieder auf der Agenda. Treibende Kräfte sind das Österreichische AußenwirtschaftsCenter und natürlich die Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (DRIHK). Sie haben vergangenen Mittwoch im Rahmen eines Workshops Politik und Unternehmen zum Meinungsaustausch geladen, denn der Druck der Wirtschaft und der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist seit Jahren ungebrochen.

Großer Bedarf an Fachkräften

Besonders in den technischen Berufen lechzen die Unternehmen förmlich nach Fachkräften. Wenn sogar vielbeschäftigte CEOs wie Brigitte Eble, Geschäftsführerin der Robert Bosch SRL, persönlich bis zum Schluss der Veranstaltung bleiben, um sich mit großem Engagement in die Debatte einzubringen, zeigt das den Stellenwert für die Industrie. Flankiert wird Eble von anderen Vertretern der deutsch-rumänischen Wirtschaft, die nicht mit eindringlichen Appellen in Richtung des anwesenden Bildungsministers sparen

 

Die meisten von ihnen haben genug Erfahrung in Rumänien, um zu wissen, dass ein Versprechen eines Ministers noch nicht viel bedeutet. Sie haben erlebt, wie man in den letzten Jahren kaum vom Fleck gekommen ist und wie die Regierung ständig an den Rahmenbedingungen für die Berufsausbildung herumpfuscht. Von anfangs staatlicher Kontrolle zu privater Verantwortung und seit 2011 doch wieder zum dualen System, bei dem die Auszubildenden die Praxis in den Unternehmen und die Theorie in den Berufsschulen lernen sollen.

Berufe und keine Diplome

Man müsse die Überschätzung der höherwertigen Bildungsabschlüsse abstellen, pocht der deutsche Botschafter Andreas von Mettenheim. In den Köpfen vieler Menschen hat eine Universitätsausbildung ein besseres Image als das Erlernen eines Berufes, auch wenn viele Absolventen trotz mehrerer Diplome keine Arbeit finden. Der Botschafter fordert einen Bewusstseinswandel und erhält Unterstützung von Maria Grapini, der delegierten Ministerin für KMU: „Viele Jugendliche hätten ein Diplom, aber nur wenige einen echten Beruf", sagt sie. Was die Unternehmen brauchen, bringt Brigitte Eble auf den Punkt: Es mangle an Elektrikern, Mechatronikern, Schlossern, an Leuten die moderne Maschinen bedienen können und wissen, wie eine Fabrik funktioniert.

Duale Ausbildung Minister


Bildungsminister Remus Pricopie gibt zu, dass das Bildungssystem schlecht auf den Arbeitsmarkt abgestimmt ist. Foto: Johann Wolfschwenger

Der Regierung die Bedürfnisse der Industrie klar zu machen, damit die mit den richtigen Rahmenbedingungen reagieren kann, ist Zweck der Veranstaltung. Eine duale Ausbildung funktioniert nur, wenn die Unternehmen mit den Schulen und den zuständigen staatlichen Stellen zusammenarbeiten. Doch die angereisten Experten warnen vor regionalen Alleingängen. Die Vorreiter Kronstadt/Braşov und Temeswar/Timişoara seien der Beginn, doch müsse das System auf das ganze Land mit einheitlichen und anerkannten Abschlüssen ausgedehnt werden. Ein „Flickenteppich" aus hier und da einer Berufsschule nach deutschem Vorbild und dazwischen das rumänische System mit wieder anderen Standards, bringe nichts, erklären die Experten.
Doch scheint sich was zu bewegen, denn der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften wird nur von der Ungeduld der Unternehmen übertroffen. Und die sind bereit ihren Beitrag zu leisten. Beim anwesenden Bildungsminister Remus Pricopie und Ministerin Grapini, die selbst jahrelang ein Unternehmen leitete, stehen die Türen für Vorschläge offen, versprechen sie. Doch wenn sich der Minister am Anfang seines Vortrages rühmt, seit 20 Jahren im Bildungsministerium tätig zu sein und über die Probleme Bescheid zu wissen, nur um sich am Ende mit der Bitte zu verabschieden, ihm noch etwas Zeit zur Umsetzung der Rahmenbedingungen zu geben, kann man die Schwierigkeiten bei den bevorstehenden Verhandlungen erahnen.

Jahreshauptversammlung des Deutsche Wirtschaftsclub Moldova 2012

Am 7. Dezember 2012 trafen sich die Mitglieder des Deutschen Wirtschaftsclub Moldova (DWCM) zur jährlichen Vollversammlung.

Die wichtigsten Punkte der Tagesordnung waren der Bericht des Vorstandes für die Geschäftsjahre 2011/2012 und der Ausblick auf zukünftige gemeinsame Aktionen.
Die bisherigen Aktivitäten des DWCM sollen in bewährter Form weiterentwickelt werden, wobei ein intensive Abstimmung und Zusammenarbeit mit den anderen Deutschsprachigen Wirtschaftsclubs Rumäniens und der Deutsch- rumänischen Industrie- und Handelskammer angestrebt werden soll. Dabei sollen insbesondere in den Themenbereichen Energieeffizienz und Duale Ausbildung (Lehringsausbildung) abgestimmte Veranstaltungen angestrebt werden. Nicht zuletzt soll die Arbeit des DWCM helfen, den Nordosten Rumäniens als alternativen Investitionsstandort deutschsprachigen Investoren bekannt zu machen.

Danach wurden notwendige Anpassungen im Statut des DWCM und der Umzug des Vereinssitzes diskutiert.

Delegation des Deutschen Wirtschaftsclubs  Moldova zum Oktoberfest in Hermannstadt

Zum Anlass des Oktoberfestes Bacau 2012 besuchte eine Delegation des Landesforum des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) unter der Leitung der Geschäftsführerin Anita Pavel  den Deutschen Wirtschaftsclub Moldau (DWCM). Im Gegenzug besuchte nun eine Delegation des DWCM unter der Leitung von Ulrich Brunhuber das Zibinfest in Hermannstadt.

Cibinfest

Das Zibinfest im Stadtzentrum von Hermannstadt

 

In Gesprächen mit den Organisatoren des Zibinfestes, vertreten durch die Herren Gabriel Tischer und Christoph Galter, und den Vertretern des DWCM wurden Erfahrungen rund um die Organisation eines Okteberfestes ausgetauscht und Ideen für eine Zusammenarbeit im nächsten Jahr angedacht.

Dabei war auch die Tanzgruppe Ringelreihn aus Bacau und deren Coreografin Simona Baicu. Sie waren von den Organisatoren des Zibinfestes eingeladen worden, dort Ihr Programm aufzuführen.

 MaedelsZelt

 Die Tänzerinnen der Tanzgruppe Ringelreihn 

 

Nach dem erfolgreichen Auftritt beim Oktoberfest Bacau freuten sich die jungen Tänzerinnen und Tänzer auch das Hermannstädter Publikum von ihrem Können überzeugen. Die beiden Vorführungen am Samstagnachmittag wurden von den Zeltbesuchern mit Begeisterung aufgenommen.

Nach getaner Arbeit eilten die Jugendlichen zu den zahlreichen Attraktionen, die sie alle kostenlos ausprobieren durften. Sie hingen kopfüber in der Luft, drehten sich mit hoher Geschwindigkeit im Kreis, hüpften im Takt der lauten Musik oder erlebten einen Kurzfilm in einem 7D-Kino. Wer sich und seinem Magen diese Höllenfahrten ersparen wollte, hatte auch ruhigere Möglichkeiten zur Auswahl.

BurschenKarussel

Die Burschen der Tanzgruppe Ringelreihn ............

 

MaedelsKarussel

.......und die Mädel bei der wilden Fahrt im Karussell

 

Für die Delegationsmitglieder und die Jugendlichen war die Fahrt ein sehr interessantes und vergnügliches Erlebnis, die nicht zuletzt kulturelle Brücken zwischen Bacau und Hermannstadt schlugen. Die Delegationsreise wurde von Iliana und Gabriel Geosanu von der Mitgliedsfirma Geliconf, Gabriela und Cristi Calapod und Mihaela Brunhuber finanziell unterstützt.

Mitgliedertreffen im Hotel Helen in Magura

Am 22.08.2012 trafen sich die Mitglieder des DWCM im Hotel Helen in Magura.

In geselliger Runde wurden vor Allem Themen rund um die Organisation des Oktoberfestes Bacau 2012 besprochen, welches federführend zum zweiten mal vom Deutschen Wirtschaftsclub Moldova (DWCM) veranstaltet wird.

 

AndraMiki

 von links nach rechts: Adra Chelmus, Mihaela Brunhuber, Ulrich Brunhuber, Jürgen Przibylla

 

 von links nach rechts: Edgar Knüll, Florentina Knüll, Florin Ursu

 

von links nach rechts Dr. Wilhelm Wilken, Elek Fodor

Bulgarisch-rumänische Tagung zur Donauraumstrategie in Ruse 

Unter dem Titel "Donauraumstrategie - Eine Gelegenheit die Regionen in Europa aufzubauen" fand am 16. Juni 2012 in der Donaustadt Ruse eine bulgarisch- rumänische Kooperationsveranstaltung statt. Zu dieser Tagung erschienen u.a. Vertreter der bulgarischen und rumänischen Regierung, eine Delegation der baden-württembergischen Landesregierung, das Generalsekretariat des Rates der Donaustädte und Regionen, Vertreter der EU-Kommission aus Brüssel und das Präsidium des Deutschen Wirtschaftsclubs Moldova - DWCM.

ZweiteTagungDonauraumRuse

von links nach rechts: Ulrich Brunhuber, Dr. Hans Peter Herdlitschka,  Strahil Karanptschanski, Christian Hartwig

 

Die bulgarische Ministerin für regionale Entwicklung, Frau Liliana Pavlova, unterstrich in ihrer Rede die Wichtigkeit der raschen Umsetzung der Donauraumstrategie und die Stärkung der bulgarisch-rumänischen Zusammenarbeit. Unterstützt wurde diese Auffassung vom rumänischen Staatssekretär Marcel Bolos, der zusätzlich darlegte, dass beide Länder bisher die vorhandenen europäischen Gelder nur unzureichend nutzen. Außerdem wurden bei dieser Veranstaltung verschiedene transeuropäische Infrastruktur- und Verkehrsprojekte im Donauraum vorgestellt.

Weiterlesen: Bulgarisch-rumänische Tagung zur Donaustrategie Ruse